Paihia/Auckland
Auf meinem Weg ins Northland wollte ich doch noch die berühmten
Glühwürmchenhöhlen sehen und die bekanntesten auf der Nordinsel
sind die Waitomo Caves. Nun sind es eigentlich keine richtigen Glühwürmchen,
wie wir sie kennen, sondern es sind Insektenlarven, die mit klebrigen Fäden
Insekten fangen. Um diese anzulocken, leuchten sie. Und das sieht in einer
stockdunklen Höhle wie ein wunderschöner Sternenhimmel aus. Zwar
ein wenig überteuert der Spaß, aber soooo romantisch ;-)
Wenn man sich dann Auckland nähert, wird der Verkehr immer heftiger
und schließlich findet man sich auf einer mehrspurigen Autobahn wieder.
Gut, wenn man vorher in die Karten geschaut hat und weiß, welcher
Straße man folgen muß. Und wenn man von der Autobahn runter
will, dann kann sich der glücklich schätzen, der von der Automobile
Association eine Karte mit den einzelen Abfahrten bekommen hat und weiß,
wo er runter muß. Das war bei mir noch nicht aktuell, aber ich war
ehrlich froh, als ich Auckland erst einmal hinter mir gelassen habe.
Umfahren geht leider nicht, denn Auckland erstreckt sich von
der Tasman Sea zum Pazifik über die gesamte Breite der Landenge. Da
muß man durch.
Wenn man hierzulande von böhmischen Dörfern spricht, dann denkt
man nicht unbedingt daran, dass es diese auch am anderen Ende der Welt geben
könnte. Und dieses Dorf mußte ich mir natürlich anschauen.
Puhoi ist ein idyllisches Fleckchen mit einer urigen Kneipe, die
vollgestopft ist mit Postkarten und Relikten aus dem letzten und vorletzten
Jahrhundert und mit Geldscheinen tapeziert. Am Wochenende ist das auch der
lokale Biker-Treff und deren Vorhut war bereits dabei, die Biervorräte
des Wirtes zu vernichten.
In Northland bietet sich Paihia als Ausgangsstation
für Ausflüge an. Über eine Brücke kommt man nach Waitangi.
Dieser Ort hat für Neuseeland eine historische Bedeutung, denn in Waitangi
wurde 1840 die Treaty of Waitangi unterzeichnet und Neuseeland damit britische
Kolonie. Dies fand am 06.02.1840 statt und dieser Tag ist quasi der Nationalfeiertag,
wird Waitangi Day genannt und im Land finden zahlreiche Festakte etc. statt.
Die Besichtigung dieser historischen Stätte ist ganz interessant und
es gibt Maori-Führer, die einem die Geschichte erklären (vielleicht
auch die Glorie dieses Tages etwas relativieren).
Von Paihia aus erkundete ich die nähere Umgebung und beschloß,
mal wieder aus Zeitgründen, fahren zu lassen. Ich buchte daher eine
Bustour zum Cape Reinga, der nördlichen Spitze Neuseelands.
Das hat sich schon allein deshalb gelohnt, denn mir blieb es ersprat, auf
Schotterpisten durch die Lande zu ruckeln, denn das hatte ich auch schon
zur Genüge gehabt.
Cape Reinga hat für die Maoris auch eine spirituelle Bedeutung, denn
sie glauben, dass die Seelen der Toten von hier aus nach Hawaiki ziehen,
dem Land ihrer Ahnen. Und ob man es glaubt oder nicht, trotz vieler Touristen
hat dieser Ort tatsächlich etwas Magisches.
Auf dem Rückweg geht´s über den berühmten Ninety-Mile-Beach,
der eigentlich ein Strand ist, aber auch auf den offiziellen Karten als
Highway verzeichnet ist. Mit einem normalen Mietwagen oder Campervan sollte
man ihn jedoch befahren, denn schon manch einer ist hier stecken geblieben
und mußte sein Fahrzeug den Fluten überlassen.
Mein Abflug näherte sich langsam, aber sicher
und so mußte ich mich nun doch wieder auf den Weg nach Auckland machen.
Für die Rückreise fuhr ich die Kauri Coast in Richtung Süden,
denn diese majestätischen, zum Teil über 2000 Jahre alten Böume
wollte ich auch noch sehen. Ist schon irre, wenn man sich überlegt,
wie alt diese Bäume sind, was da alles in diesen Jahren passiert ist...
In Auckland selbst bekam ich erst einmal einen gehörigen Kulturschock.
Da war ich 4 Wochen unterwegs, habe Natur pur genossen und die Städte
waren nie besonders groß gewesen und nun fand ich mich mitten in einer
Millionenstadt wieder. Besonders angenehm war das nicht, aber auch schon
wieder ein Vorgeschmack auf die Heimat. Meine Lust auf Sightseeing hielt
sich auch in Grenzen, so dass ich mir nur die Highlights anschaute: den
Skytower (phantastische Aussicht), Kelly Tarlton´s Unterwasserwelt
(mit Haien, Rochen etc.) und das Museum (schöne Maori-Exponate).
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