Queenstown/Milford Sound
Nach der neuseeländischen Gletscherwelt
wollte ich auch die ersten Tiere mal sehen und laut Reiseführer wäre
dazu ein Abstecher nach Jackson Bay genau das Richtige. Pinguine
und Robben. Ich fuhr also zu diesem Fischernest auf einer Stichstraße,
sah zwar eine Handvoll Häuser und auch einen Buschpfad, dem ich brav
folgte, aber von Tieren war weit und breit nichts zu sehen. Die kleine Bucht,
in der ich gelandet bin, sah ja mit dem ganzen Treibholz ganz urig aus,
aber das war auch nicht der Sinn der Fahrt gewesen. Die mehr als 100 Kilometer
hätte ich mir sparen können!
Also weiter Richtung Wanaka. Dort kam ich auch gegen Abend an, hatte
aber keine Lust, lange nach einer Unterkunft zu suchen und vor allem, ich
wollte mal wieder ausschlafen. Das ist der große Nachteil bei den
Backpacker-Unterkünften. Hat man einen Schnarcher im Raum, so ist es
(zumindest um meine) Nachtruhe geschehen.
Und dann kommt jemand spät und jemand anders
steht wieder früh auf. Nun ja und da ist eine Hütte auf einem
Campingplatz genau das Richtige, um dem zu entgehen. Und meine am Lake Wanaka
lag so schön am See und roch nach Holz, einfach idyllisch...
Am nächsten Tag fuhr ich weiter nach Queenstown. Unterwegs machte
ich einen kurzen Stop bei der Goldmine von Kawarau. Dort kann man
sich die Unterkünfte der Goldwaäscher anschauen, die Maschinen,
mit denen Gold gefördert wurde und sich auch selbst im Goldwaschen
versuchen. Leider wurde aus dieser Karriere nichts, so dass ich wieder hier
in Deutschland weiter meinem Job nachgehe. Aber einen Versuch ist es allemal
wert und man bekommt einen guten Eindruck von der Knochenarbeit, die vor
allem die Chinesen hier leisten durfen, um ihr Ticket von China nach Neuseeland
abzuarbeiten.
Queenstown ist DAS Ziel für alle, die Action wollen. Bungy-Jumping,
Fallschirmspringen, Jet-Boot-Fahren, Paragliding, Wildwasserfahrten, was
nicht alles. Oder auch ganz gemütlich mit der TSS Earnslaw auf dem
Lake Wakatipu fahren. Je nach Geschmack und Geldbeutel wird hier alles geboten.
Ich habe mich für die gemütliche Dampferfahrt entschieden, den
Adrenalinkick habe ich mir für später aufgehoben.
Nun stand für mich auch die Frage im Raum, nach Te Anau zu fahren und von da aus zum Milford Sound oder in aller Frühe aus
dem Schlafsack zu kriechen und von Queenstown aus zu starten. Ich habe mich
aus Zeitgründen für letzteres entschieden, denn auf die Weise
habe ich einen Tag gespart und die Zeit läuft einem ohnehin schneller
davon als einem lieb sein kann. Diesmal habe ich auch fahren lassen, bin
also nach schöner Touristenmanier mit einem Bus zum Milford Sound
gefahren. Nach einer längeren Fahrt mit Stopps in Te Anau zum Frühstück
und irgendwo imRegenwald zum BBQ waren wir gegen 13 Uhr endlich am Milford
Sound, rechtzeitig, um mit dem Schiff eine ca. 2-stündige Tour zu machen.
Das Wetter war nicht gerade optimal und ich hatte an diesem Tag die Mystik-Variante
mit nebelverhangenen Berge, deren Gipfel man gerade so erahnen kann. Aber
schön war es trotzdem und so eine Tour lohnt sich auf jeden Fall. Und
ich habe endlich meine ersten Robben in freier Wildbahn gesehen! Faul lagen
sie auf den Steinen herum und ließen sich von dem Schiff gar nicht
weiter stören.
Am Abend war ich dann wieder zurück in Queenstown und
froh, diesmal nicht selbst gefahren zu sein. So bekam ich diesmal doch einiges
von der Landschaft mit, während ich mich sonst auf die Straße
konzentrieren muss. Und das kann manchmal auch ganz schön anstrengend
sein, wenn es in Serpentinen die Berge rauf und runter geht. In einem Reiseführer
habe ich gelesen, dass es ratsam ist, nicht mehr als 250 Kilometer pro Tag
zu fahren. Und der Mann, der das geschrieben hatte, hat wirklich Recht.
Es ist ja nicht so wie in Deutschland, dass man gemütlich auf der Autobahn
dahinbraust und gar nicht merkt, wie die Kilometer dahinfliegen. Nein, man
muss wirklich ganz schön auf die Straße und den Verkehr achten
und von der Gegend will man auch was mitbekommen. Das geht irgendwann auf
die Substanz. Ich war auf jeden Fall manchmal am Abend ganz schön ko.
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