 |
Einwanderungsflut?
Neuseeland wird überschwemmt von Einwanderungsanträgen seit der Ereignisse um den 11. September letzten Jahres. So lautet jedenfalls die Erklärung der Regierung, auf die Frage warum sich die sog. "pass mark" am 1. Juli von 25 auf 28 Punkte erhöht hat.
Die meisten Einwanderer qualifizieren sich anhand der sog. General Skills Category, einem Punktesystem, wonach Einwanderer je nach Berufsausbildung, Berufserfahrung, Alter, Vermögen und ggf. Stellenangebot eines neuseeländischen Arbeitgebers bewertet werden.
Es ist das erste mal seit Einführung des Punktesystems, dass sich die pass mark um mehr als nur einen Punkt erhöht hat. Bisher lag die pass mark stets um 24 oder 25 Punkte, bis auf eine Woche, wo sie bei 26 lag. Warum also der plötzliche Anstieg?
Sind es wirklich die vielen Einwanderer, die es sich selber verderben, indem sie in Massen an den Toren Neuseelands um Einlaß bitten? Oder haben sich dies etwa Wahlkampfstrategen der regierenden Labour Party ausgedacht, schließlich sind doch am 27. Juli Wahlen?
Es ist zwar richtig, dass pünklich zu jeder Parlamentswahl die Debatte über das Einwanderungsrecht frisch angefacht wird. Falsch ist allerdings die Annahme, dass es sich bei der Labour Party um eine Partei handelt, die populistisch mit ausländerfeindlichen Maßnahmen die Wählergunst beeinflussen will. Die beiden größten Parteien, Labour und National (rot und schwarz), sind beide pro Einwanderung und sind sich grundsätzlich darüber einig, dass Einwanderung in der richtigen Dosierung sich wirtschaftlich positiv für Neuseeland auswirkt. Über die Feinheiten der Dosierung und über den richtigen Weg wird natürlich gestritten. Wie auch immer die Wahlen ausgehen, Neuseeland bleibt ein Land von Einwanderern für Einwanderer.
Der Grund für die plötzliche und drastische Verschärfung der Einwanderungsbedingungen liegt ganz woanders. Man hat den roten Panikknopf gedrückt, weil man sich der Papierflut der Anträge nicht gewachsen sah. Dadurch wurde Zeit für die Behörden gewonnen, die sich jetzt um liegengebliebene Anträge kümmern können. Ob wirklich soviele neue Einwanderer in den vergangenen Monaten nach Neuseeland gekommen sind, dass die jährliche Quote von 45.000 aus den Nähten platzt, wage ich zu bezweifeln. Für wahrscheinlicher halte ich es, dass die Behörden die Übersicht verloren haben und jetzt sozusagen vorsichtshalber die Notbremse gezogen haben.
Wird die pass mark also schnell wieder runtergehen(?), fragen mich hoffnungsvoll meine Kunden. Leider bezweifele ich auch das, und zwar aus dem gleichen Grund warum die pass mark hochgeschraubt wurde: es fehlt die Übersicht! Es wird eine Weile dauern, bis sich die Erhöhung auf 28 Punkte in den Statistiken niederschlägt. Außerdem wollen wir ja schließlich auch nicht vergessen, dass die Einwanderungsbeamten in der Zwischenzeit mit der, Beamten aus aller Welt eignen, Effizienz arbeiten, um die Aktenrückstände abzubauen. Wer kann dabei schon den Überblick behalten …
Also, langfristig gesehen, bin ich sicher, dass die pass mark wieder runtergeht. Wahrscheinlich nicht auf den ursprünglichen Level, aber doch zumindest auf 26 oder 27. Wann wird das passieren? Das kann ich nur mit einer neuseeländischen Gegenfrage beantworten: "how long is a piece of string?"
Das ist natürlich alles nicht sehr hilfreich für Auswanderungswillige, die hier ein neues Leben beginnen wollen. Daher meine Empfehlung, sich nicht von der eigentlichen Frage ablenken zu lassen, die jeden Einwanderer beschäftigen sollte: "macht es Sinn für mich und meine Familie, nach Neuseeland auszuwandern?" Wer diese Frage mit "ja" beantworten kann, für den sollten auch einwanderungsrechtliche Lösungen zu finden sein. So gerne es auch manche Politiker und Wahlkämpfer anders sehen würden, Neuseeland ist nicht etwa ein attraktives Einwanderungsland aufgrund der geltenden Einwanderungsbestimmungen, sondern trotz der Einwanderungsbestimmungen.
>> Änderungen von Mai 2002
Der Kommentar stammt von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 10 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailiertere Auskünfte können unter der Telefonnummer (04) 576 0323 eingeholt werden oder per Email (peter.hahn@xtra.co.nz).

|
 |
| Regionen |
 |

 |
Wir stellen ihnen die schönsten Regionen Neuseelands vor: Anreise, Übernachtung, Highlights und vieles mehr ...
> mehr
|
 |
 |
|
 |
 |
| Übernachtungen |
 |

 |
Sie suchen eine Übernachtung? Schauen sie doch mal bei den Hotels, Motels, Campgrounds und B&B Seiten. > mehr
|
 |
 |
|
 |
 |
| Mobil sein |
 |

 |
Mögen sie es gern mobil? Informationen zu Mietwagen, Campervans, zur Fähre und zum Rad fahren geben wir ihnen in unser Rubrik "Unterwegs".
> mehr
|
 |
 |
|
 |
 |
|