Neuseeland entdecken mit NZinfo.de Schatten
Schatten unten
 Suche:
   
 Reiseinfos
   Übernachten
   Unterwegs
   NZ erleben
   Arbeit & Leben
   > Einwanderung
    Arbeitserlaubnis
    Holiday Schemes
    Wwoofen
   Studieren
   Reiseberichte
   Gästebuch
   Buchshop
   Postkarten / Galerie
   Anbieterdatenbank
Wie sieht ein Mustereinwanderer aus?

Einwanderung Die Frage, macht es Sinn nach Neuseeland auszuwandern oder bleibe ich doch lieber in Europa, können viele erst nach ein paar Jahren in Neuseeland beantworten. Schön wäre es allerdings, wenn man die Antwort schon vor der Auswanderung kennen würde. Vielleicht hilft bei der Entscheidung ja die Schilderung eines Falles, wie das Leben ihn geschrieben hat:

Tex kam vor knapp drei Jahren nach Neuseeland. In Neuseeland gewöhnt man sich übrigens die Anrede mit Nachnamen ab, selbst bei "Von-und-Zus". Motivation war in erster Linie 'raus aus Deutschland' und weg vom Alltagstrott und Ehrgeiz nach beruflichem Erfolg. "Die Einwanderung nach Neuseeland war sozusagen Teil meiner 'Change-Management-Strategie'. Innerhalb Deutschlands hätte ich es einfach nicht geschafft, auszusteigen", sagt Tex heute.

Für Tex war auch in Deutschland der Berufswechsel keine unbekannte Größe. Er war Fußballtrainer, Hotelmanager und auch Inhaber eines Sportartikelvertriebs. Was immer er auch anfasste, er fand sich immer schnell wieder unter einem Erfolgs- und Leistungsdruck, den er eigentlich nicht wollte. "Das Leben besteht doch aus mehr, als nur Arbeit, Erfolg und Geldverdienen".

Nach mehreren Neuseelandurlauben hatte Tex die Vorahnung, dass er in Neuseeland seine Bedürfnisse nach Wechsel befriedigen kann. Um die Pläne nicht immer wieder vor sich herzuschieben, beschlossen er und seine Familie Ende 1998, einen Zeitplan aufzustellen mit dem Ziel, dass man im Dezember 1999 in Neuseeland eingewandert sein will. So ist es dann auch gekommen, am 15. Dezember 1999 ist die Familie Kwiatkowski in ihrer neuen Heimat angekommen.

Was ist inzwischen aus ihnen geworden? Nun, um das Ergebnis vorwegzunehmen, Tex ist inzwischen Leiter der Fußballakademie in Wellington, der nationalen Talentschmiede, und Tanja, seine Frau, übt ihren Traumberuf Feuerwehrfrau aus. Parallel zum Job bei der Fußballakademie importiert und vertreibt Tex mittlerweile erfolgreich Fußball- und Sportartikel in Neuseeland.

Wie ist es dazu gekommen? War dies etwa so geplant, bzw. waren die beruflichen Entwicklungen überhaupt voraussehbar?

Angefangen hat alles in Wanganui, einer kleinen Provinzstadt, ca. 2 Stunden Autofahrt nordwestlich von Wellington. Hier haben Tex und Tanja das richtige Umfeld gefunden für einen "bescheidenen" Anfang. Die Hauspreise sind in Wanganui günstig und man kann für nicht viel Geld ein Haus kaufen mit einem großen Garten, groß genug für die eigene Hühnerhaltung und Gemüsegarten. Das war dann auch die Hauptbeschäftigung am Anfang, denn beruflich tat sich zunächst gar nichts.

Tex hat nicht den Fehler gemacht und angenommen, dass er hier ohneweiteres Arbeit finden würde. Geplant war, dass er sozusagen als Hobby zunächst ein kleines Importgeschäft für Fußballartikel aufbaut. Das würde ihm genug Zeit lassen, Neuseeland und das Leben zu genießen. Genauso ist es dann auch gekommen, insbesondere Zeit war ausreichend vorhanden und er konnte so seinen kleinen Kindern beim Aufwachsen zuzusehen.

Geschäftlich musste er die Eigenheiten des neuseeländischen Marktes verstehen lernen. Gemessen an dem was er kannte, war Neuseeland völliges Neuland. Auch wenn es im Nachhinein offensichtlich scheint, waren drei Faktoren in Neuseeland hinderlich fürs Geschäft: die Größe des Marktes (Fußball ist ein kleiner und unbedeutender Markt, im ohnehin kleinen Neuseeland), mangelnde Kaufkraft der Klubs und Endverbraucher und die Tatsache, dass der kleine Kuchen schon aufgeteilt war - für einen Neuankömmling aus Deutschland war kein Platz mehr.

Was war ausschlaggebend für den dann doch eingetretenen Erfolg? Ironischerweise kam der Anstoß aus der Ecke, wo anfangs der größte Widerstand herkam. Aus dem Establishment der neuseeländischen Fußballtrainer. Wollte man sich am Anfang die neue und fremde Konkurrenz vom Hals halten, hat man später erkannt, dass sich ja durchaus eine "win-win-situation", wie man hier sagt, erzielen lässt. Neues Blut war genau das, was der Fußball in Neuseeland braucht, um den aufstrebenden Sport noch beliebter unter jungen Sportlern zu machen. Fußball wird in Neuseeland immer beliebter und es gibt immer mehr Eltern, die ihre Kinder lieber Idolen wie Wynten Rufer nacheifern lassen, als den rauhbeinigen Rugby-Cracks des Landes.

Und warum ist Tex nun ein Mustereinwanderer? Ganz einfach. Weil er nicht mit der Brechstange versucht hat, sich hier durchzusetzen und erfolgreich zu sein. Seine Erwartungshaltung war nicht zu hoch gesetzt und er hat sich geduldig hier eingelebt und so Freunde und Geschäftspartner gewonnen.

Oder im O-Ton Tex von Kwiatkowski: "Was dieses Land so liebens- und lebenswert macht, ist der Umstand, das sympatische Umgangsformen gepaart mit Leistung generell anerkannt werden. Und so ist eigentlich die Theorie des eventuell kleinen Marktes widerlegt. Man muss eben nur seine Nische finden."

Und noch ein Rat von Tex: Wenn man sie dann gefunden hat, die Nische, darf man nicht den Fehler machen, sich wieder Hals über Kopf in die Arbeit oder Geschäfte zu stürzen, denn davon wird einen hier auch keiner abhalten. Man ist eben seines eigenen Glückes Schmied und muss die Balance zwischen Arbeit und Vergnügen selber austarieren. Die Akzeptanz einer Lebenseinstellung zu Gunsten der Freizeit und des "lifestyle" auf Kosten der Karriere ist in Neuseeland jedenfalls gewährleistet. Hier träumt jeder davon, aus eigener Erfahrung glaubwürdig sagen zu können, "life is a beach".

>> Neuseeländische Regierung hebt "passmark" auf 30 Punkte an
>> Einwanderungsflut? Erhöhung der "pass mark" im Juli auf 28 Punkte
>> Änderungen von Mai 2002

Der Kommentar stammt von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 10 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailiertere Auskünfte können unter der Telefonnummer (04) 576 0323 eingeholt werden oder per Email (peter.hahn@xtra.co.nz).



 Regionen

Wir stellen ihnen die schönsten Regionen Neuseelands vor:Regionen Anreise, Übernachtung, Highlights und vieles mehr ...

> mehr

 Übernachtungen

Sie suchen eine Übernachtung? Schauen sie doch mal bei den Hotels, Motels, Campgrounds und B&B Seiten.

> mehr

 Mobil sein

Mögen sie es gern mobil? Informationen zu Mietwagen, Campervans, Regionenzur Fähre und zum Rad fahren geben wir ihnen in unser Rubrik "Unterwegs".

> mehr




© NZinfo.de 2008 - Impressum                Diese Seite als Link versenden