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Regionalisierung des Einwanderungsrechts?
Eines der am meisten publizierten neuen Ansätze des im Juli 2003 angekündigten neuen Einwanderungsrechts ist die "Anti-Auckland-Klausel". Danach sollen bewußt Einwanderer benachteiligt werden, die sich in Auckland ansiedeln wollen.
Die zum Jahreswechsel angekündigten Änderungen im Einwanderungsrecht sollen dazu beitragen, dass Auckland nicht noch mehr aus den Nähten platzt. Typischerweise zieht es Neuankömmlinge aus aller Welt nach Auckland, der größten Metropole Neuseelands mit den vermeintlich besten Opportunities. Das hat zur Folge, dass die Hauspreise bisher unbekannte Höhen erreicht haben und dass man Verkehrsstaus hat, die man sonst nur aus Europa kennt. Täglich wird in den Nachrichten von den Infrastrukturproblemen in Auckland und Umgebung berichtet.
Trotzdem sind andere Städte und Regionen neidisch auf die vielen Neuzugänge, die sich in Auckland niederlassen. Man erhofft sich Arbeitskräfte in Bereichen, wo es an Fachkräften mangelt, und natürlich Investitionen, Arbeitsplätze - kurz, alles Positive, womit Einwanderung in der Regel assoziiert wird.
Wie das alles funktionieren soll, kann zur Zeit nur vermutetet werden. Einzelheiten werden wir erfahren wenn die genauen Inhalte der Gesetzesänderung im Dezember / Januar bekannt werden. Trotzdem wirbt zum Beispiel Wellington jetzt schon kräftig um die begehrten Einwanderer. Dass man noch garnicht weiß, ob die Umworbenen vom Immigration Service auch reingelassen werden, scheint keinen zu stören. Man geht einfach davon aus, dass die die hier Arbeit oder Geschäftsmöglichkeiten finden, auch reinkommen. Im August hat sich alles, was Rang und Namen in lokaler Politik und Verwaltung hat, in Porirua bei Wellington zu einem Workshop versammelt, um herauszuarbeiten, wie man sich am besten als Einwanderungsdestination positioniert.
Das ganze hat darunter gelitten, dass lokale Unternehmer zwar eingeladen waren, aber kaum vertreten waren. Ebensowenig war hilfreich, dass man ja noch garnicht wußte, wie das neue Einwanderungsrecht aussehen wird - macht nichts, Hauptsache schonmal die Werbetrommel rühren! Und womit wirbt man? Natürlich mit den fantastischen Geschäfts- und Berufsmöglichkeiten hier. Interessiert? Schauen Sie sich einfach mal den folgendnen Link an: www.smartwellington.co.nz
Smart Wellington, die Stadt der Kreativen und Innovativen! Ist da was dran? Die Abwanderung vieler großer und internationaler Firmen und Organisationen von Wellington nach Auckland hat dazu geführt, dass Wellington sich neu erfinden mußte. Am bekanntesten sind seit Herr der Ringe und dank Peter Jackson sicherlich die Erfolge der Filmindustrie. Wellington wird zu Wellywood!
Ist es also smart, wenn man sich als kreativer und innovativer "Europaflüchtling" via moderner Datenübertragung aus der Ferne in Wellington bewirbt? Es ist vielleicht ein Versuch wert - aber schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch, denn es gehört schon eine gehörige Portion Glück dazu, fündig zu werden, es sei denn, Sie finden zufällig eine Stellenausschreibung die auf Sie maßgeschneidert ist. Ganz schnell kann man da zu einer virtuellen Karteileiche werden. In der Regel gilt: ohne Beziehungen und lokale Kenntnisse ist eine Jobsuche meist erfolglos!
Ist es vielleicht smarter, sich als kreativer und innovativer Unternehmer in Wellington zu engagieren? Oder ist es zu riskant, sich in einem fremden Umfeld als Neuling selbständig zu machen? Die smarte Lösung liegt meines Erachtens in der Suche nach einer Geschäftsbeteiligung. Hier kann man für relativ wenig Geld viel Firma kaufen, denn die Firmen sind hier klein (über 85% der Firmen Neuseelands haben weniger als 5 Angestellte) und Kapital ist knapp.
Gilt das nur für Wellington? Nein, das ist eigentlich überall in Neuseeland genauso. Vielleicht ist die Regionalisierung des Einwanderungsrechts nur eine Wunschvorstellung allzu smarter Bürokraten und Politiker? Let's see what happens …
Mehr:
>> Krise in Deutschland - Zuflucht in Neuseeland?
>> Wie sieht ein Mustereinwanderer aus?
>> Rosinen im Einwanderungskuchen
Der Kommentar stammt von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 10 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailiertere Auskünfte können unter der Telefonnummer (04) 576 0323 eingeholt werden oder per Email (peter.hahn@xtra.co.nz).

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