Neuseeland entdecken mit NZinfo.de Schatten
Schatten unten
 Suche:
   
 Reiseinfos
   Übernachten
   Unterwegs
   NZ erleben
   Arbeit & Leben
   > Einwanderung
    Arbeitserlaubnis
    Holiday Schemes
    Wwoofen
   Studieren
   Reiseberichte
   Gästebuch
   Buchshop
   Postkarten / Galerie
   Anbieterdatenbank
Rosinen im Einwanderungskuchen

Einwanderung Neuseeland ist nicht nur ein beliebtes Einwanderungsland, sondern auch ein beliebtes Rückwanderungsland oder in anderen Worten; nicht nur Ausländer wandern ein, sondern es kommen auch immer mehr Neuseeländer zurück in die Heimat. Beide Faktoren beeinflussen das Einwanderungsrecht und die Bewertung von Einwanderungsanträgen.

Noch vor einem Jahr kursierten in Neuseeland Witze, die an die Zeiten des ostdeutschen Exodus erinnerten, frei nach dem Motto: "der Letzte mache bitte das Licht aus". Aus allen Reihen wurde geklagt, dass es die guten Neuseeländer (also die mit guten Ausbildungen und Fähigkeiten) ins Ausland ziehe. Grund: Neuseeland könne ihnen wirtschaftlich einfach keine gute Zukunft bieten, jedenfalls im Vergleich zu Australien, den USA, Groß Britannien oder sogar Ländern wie Japan und Deutschland.

Laut kürzlich veröffentlichter Statistiken hat sich der Trend innerhalb eines Jahres drastisch umgekehrt. Die Zahl der Neuseeländer, die Neuseeland langfristig verlassen, ist um 25% zurückgegangen und die Zahl der zurückkehrenden Neuseeländer hat sich um 8% erhöht.

Parallel dazu kämpft das New Zealand Immigration Service mit einer Flut von Einwanderern, die sich Neuseeland als ihre neue Heimat auserkoren haben. Projektionen zeigen, dass schon in diesem Jahr die Bevölkerung auf 4 Millionen wachsen wird. Das entspräche einem Bevölkerungswachstum von fast 15% in den letzten 10 Jahren (1993 lebten ca. 3,5 Millionen hier).

Für die neuseeländische Regierung ist die Verlockung groß, sich wählerisch nur die Rosinen aus dem "Einwanderungskuchen" zu picken, also möglichst nur die nach Neuseeland reinzulassen, die Neuseeland auch wirklich Nutzen bringen. Vom Ansatz her wird das jedem einleuchten, sogar denen, die Aufgrund der verschärften Einwanderungsbedingungen scheitern, leuchtet dieses Prinzip in der Regel ein.

Die große Frage ist nur, kann eine Bürokratie Rosinen picken? Beurteilen Sie selbst:

Die Einwanderungsbehörden können Einwanderungsanträge nur anhand von Schablonen bewerten. Anhand eines Punktesystem werden Einwanderer aufgrund von Kriterien wie Alter, Ausbildung, Berufs- bzw. Geschäftserfahrung und Vermögen bewertet. Einwanderer mit Stellenangeboten werden besonders positiv bewertet. Nicht jeder Einwanderungsfall läßt sich allerdings in die Schablonen zwängen.

Durch die Schablone paßt z.B. eine 39-jährige Frisöse (männlicher Frisör geht natürlich auch!), mit Meisterabschluß und 20 Jahren Berufserfahrung in ihrem Frisörberuf, die mit einem Automechaniker verheiratet ist und bereit und in der Lage ist, NZ$ 200.000 nach Neuseeland zu transferieren.

Nicht durch die Schablone paßt ein Geschäftsmann, der eine Kaufmannslehre vor 20 Jahren abgeschlossen hat, 39 Jahre alt ist und maximal NZ$ 900.000 nach Neuseeland transferieren kann. Ob er einen Job Offer hat oder nicht, spielt keine Rolle.

Ebensowenig paßt durch die Schablone der 56-jährige Frührentner, der bereit ist, NZ$ 2 Millionen nach Neuseeland zu transferieren und hier von seinem Kapital leben will.

Ein weiterer Fehler im System ist, dass man davon ausgeht, dass die "Auserkorenen" auch wirklich "gute Einwanderer" sind? Woher will man denn wissen, ob diese Einwanderer denn auch wirklich in dem Beruf und in dem Job bleiben, der Ihnen den Einwanderungsstempel verschafft hat. Schließlich kommen die meisten Einwanderer ja nach Neuseeland, um ein bißchen langsamer zu treten oder um sich zu verändern. Vielleicht arbeitet die Frisöse oder der Computerspezialist ja lieber in einem Backpacker oder kauft sich lieber eine Farm …

Ist das ganze Einwanderungsrecht daher ein Fehlschlag? Kommen nach Neuseeland vielleicht nur Einwanderer, die man hier garnicht will oder die hier garnichts anfangen können? Meines Erachtens ist auch hier die Antwort ein ganz klares "nein".

Neuseeland war schon immer ein Einwanderungsland. Selbst die Maori waren Einwanderer. Die meisten Familien hier wissen noch genau wo sie ursprünglich herkommen. In vielen Fällen lebt der Großvater noch, der berichten kann, mit welchem Schiff und wo genau er gelandet ist. über die Jahre hat sich die Einwanderungspolitik ständig geändert. Es hat die unterschiedlichsten Pioniere nach Neuseeland gezogen und nur selten stellte sich der Erfolg sofort ein. Oft brauchte es Generationen, bis sich die Familien hier erfolgreich etabliert haben. Insgesamt aber ist die Einwanderungsgeschichte Neuseelands ein Erfolg. Neuseeland hat immer schon von der Vielfalt seiner Einwanderer profitiert und nicht zuletzt ist das Bevölkerungswachstum, das von den meisten Wirtschaftsanalysten als positiv und wachstumsfördernd bewertet wird, nur aufgrund der Einwanderung möglich.

Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie nicht durch die Schablone passen. Heiraten Sie eine Frisöse … oder vielleicht gibt es ja auch weniger drastische Möglichkeiten, ein paar Kanten und Ecken abzurunden …

Mehr:

>> Kurze Fragen und Antworten zum Einwanderungsrecht
>> Wie sieht ein Mustereinwanderer aus?
>> Handel mit Neuseeland

Der Kommentar stammt von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 10 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailiertere Auskünfte können unter der Telefonnummer (04) 576 0323 eingeholt werden oder per Email (peter.hahn@xtra.co.nz).



 Regionen

Wir stellen ihnen die schönsten Regionen Neuseelands vor:Regionen Anreise, Übernachtung, Highlights und vieles mehr ...

> mehr

 Übernachtungen

Sie suchen eine Übernachtung? Schauen sie doch mal bei den Hotels, Motels, Campgrounds und B&B Seiten.

> mehr

 Mobil sein

Mögen sie es gern mobil? Informationen zu Mietwagen, Campervans, Regionenzur Fähre und zum Rad fahren geben wir ihnen in unser Rubrik "Unterwegs".

> mehr




© NZinfo.de 2008 - Impressum                Diese Seite als Link versenden